Jede Region ist anders!

Veröffentlicht am 5. September 2013 Unter Aktuelles 0 Kommentare

Für die Kultur- und Kreativwirtschaft ist typisch, dass sie untypisch ist – beispielsweise die Heterogenität, der Eigensinn und die intrinsische Motivation der Akteure. Dieses Untypische sollten sich Bundesländer und Regionen bei der Förderung der Branche zu Eigen machen. Darauf hat Sylvia Hustedt, Expertin und Vorstand beim u-institut, auf der Impulskonferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Nordrhein-Westfalen hingewiesen.

 

In einer der zwei Diskussionsrunden sprachen Nadja Kothe (Typovilla/ Software-Ergonomie), Claudia Nussbauer (Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen), Dr. Ulrich Soénius (IHK Köln), Michael Söndermann (Büro für Kulturwirtschaftsforschung) und Hans-Georg Tschupke (Wirtschaftsförderung Bremen GmbH) mit den beiden Moderatoren Oliver Wittmann und Harm Wurthmann vom Kompetenzzentrum Kulturund Kreativwirtschaft des Bundes.

 

Erfindung eigener Wege und Effekte

Die regionale Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft funktioniert nicht nach dem Copy-und-Paste-Prinzip. Vielmehr sollten sich Regionen an den Spezifika der Branche und den Erfordernissen vor Ort orientieren. In ihrer Keynote stellte Sylvia Hustedt fest, dass aufbauend auf den Erfahrungen aus 20 Jahren Kultur- und Kreativwirtschaftsförderung und dem Vorteil als Industriestandort, Nordrhein-Westfalen gute Voraussetzungen habe, um sich auch in neuen Themenfeldern der Kultur- und Kreativwirtschaft, wie Innovation, Spill-over-Effekte, neue Arbeitsformen, neue Geschäftsmodelle zu positionieren. Hustedt gab Einblicke in regionale Maßnahmen, die unter Einbindung und Beteiligung der Akteure entwickelt wurden; außerdem formulierte sie vier Thesen, die bei der Erfindung eigener Wege und Effekte zu beachten seien:

1. Mind the gap – Die Aussage macht aufmerksam auf die Kluft zwischen Kreativen und Verwaltungen, die zu überwinden sei.

2. Don´t believe the hype – Sondern: Glaube an die eigene Form als zaghaften Beginn einer regionalen Selbstfindung und Selbstartikulation der Akteure.

3. Drop down your tools – Die dritte These meint sinngemäß „das angewandte Handwerkszeug fallen zu lassen“. Gearbeitet werden sollte eher mit Best Practices und SWOT-Analysen sowie einer Mischung aus Bottom-up- und Top-down-Prinzip.

4. Create magic moments – … durch Projekte mit Leuchtturmcharakter, realisiert von Akteure und ihren kreativen Mitteln. Ein Beispiel: Beim Kreativfestival Vivid verwandelten Medienkünstler die Außenfassade der berühmten Oper in Sydney in eine eindrucksvolle Freilichtbühne aus Licht, Tanz und Musik und beeindruckten Tausende Zuschauer.

 

Hintergrund der Impulskonferenz

Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes in Nordrhein-Westfalen hatte Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung sowie Kreativschaffende nach Düsseldorf eingeladen. Rund 200 waren der Einladung gefolgt. Die Teilnehmer machten sich ein Bild über den aktuellen Stand und die Perspektiven für die weitere Entwicklung der Branche und kamen miteinander ins Gespräch. Dabei wurde über die aktuelle Situation der Kultur- und Kreativwirtschaft im Bundesland gesprochen und Zukunftsperspektiven der Branche aufgezeigt und diskutiert. Die Veranstaltung wurde vom Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, Garrelt Duin, eröffnet. Sylvia Hustedt hielt die einführende Keynote sowie die abschließende Zusammenfassung.

 

Weitere Informationen

Rückblick auf die Veranstaltung bei CREATIVE.NRW

Foto: u-institut