Bundeswirtschaftsminister Gabriel besuchte Kreativunternehmer in Bremen

Bremen, 14. Oktober 2015 – Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, war am 12. Oktober in Bremen zu Besuch beim Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Sein Interesse galt der Arbeit des Kompetenzzentrums, das bundesweit kostenfreie Beratungen für Kreativschaffende, Veranstaltungen und Workshops anbietet. Im Gespräch mit Kreativunternehmen aus Deutschland hat der Bundesminister ihre Potenziale als Innovationstreiber für die Gesellschaft und Wirtschaft kennengelernt und  sich mit ihnen ausgetauscht. Das Besondere an der Kultur- und Kreativwirtschaft sind die mehr als 90 Prozent Kleinstunternehmen, die mit künstlerischen und kreativen Mitteln Antworten auf Fragen unserer Zeit geben, beispielsweise in der Flüchtlingskrise – so wie der Künstler und Architekt Daniel Kerber von morethanshelters, der mobile Notunterkünfte für Menschen in Krisensituationen entwickelt und beim Besuch des Bundeswirtschaftsministers über seine Projekte berichtete. Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes versteht sich als Sprachrohr und Interessenvertretung für die Gründer, Selbstständige und Freiberufler der Branche. Es hat seit Anfang dieses Jahres seinen Hauptsitz in Bremen.

Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes

Das Kompetenzzentrum wurde im November 2009 von der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung ins Leben gerufen. Als Partner für die Kultur- und Kreativwirtschaft bietet es bundesweit kostenfreie Beratungen für Kreativunternehmer an und gestaltet Veranstaltungen und Workshops mit dem Ziel Erfahrungsaustausch und Kompetenztransfer innerhalb der Szene und darüber hinaus zu befördern. Neuer Projektträger ist seit Anfang dieses Jahres das Bremer u-institut, aus dessen Schmiede auch die jährliche Auszeichnung Kultur- und Kreativpiloten Deutschland stammt.

Bilder

Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes in Bremen: Besuch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Foto: Karsten Klama

Bei seinem Besuch in Bremen versucht sich Gabriel an einer Idee von Sebastian Fleiter, die auf spielerische Art den Menschen das Thema Energie näher bringen soll: eine große Carrera-Rennbahn. Die Energie für die kleinen Flitzer erzeugt Gabriel über eine E-Gitarre. Quelle: Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, Foto: Karsten Klama

Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes in Bremen: Besuch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Foto: Karsten Klama

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes in Bremen. Er lässt sich hier die StreetPong-Ampel-Konsole erklären. Beim Warten auf Grün an einer Ampel kann man an der Konsole mit den Wartenden auf der anderen Seite spielen. Quelle: Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, Foto: Karsten Klama

Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes in Bremen: Besuch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Foto: Karsten Klama

Künstler Daniel Kerber präsentierte dem Bundeswirtschaftsminister die Idee, die hinter seinem Projekt morethanshalters steckt. Unter dem Namen DOMO entwickelt er mobile Notunterkünfte für Menschen in Krisensituationen. Quelle: Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, Foto: Karsten Klama

Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes in Bremen: Besuch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Foto: Karsten Klama

Künstler Daniel Kerber präsentierte dem Bundeswirtschaftsminister die Idee, die hinter seinem Projekt morethanshalters steckt. Unter dem Namen DOMO entwickelt er mobile Notunterkünfte für Menschen in Krisensituationen. Quelle: Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, Foto: Karsten Klama

Gesprächspartner vor Ort

Christoph Backes und Sylvia Hustedt, u-institut (Gesprächspartner)
Christoph Backes und Sylvia Hustedt sind Vorstand des u-institut sowie Projektleiter des Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Das u-institut ist Mitgestalter der Wirtschaft von morgen. Es arbeitet an den Schnittstellen zwischen klassischer Wirtschaft und Kultur- und Kreativwirtschaft, ist Trendradar und Trendvermittler. Ein Ziel dabei ist, die Kultur- und Kreativwirtschaft als Branche zu stärken und das Potenzial der hierin entstehenden Innovationen für andere Branchen nutzbar zu machen.

morethanshelters – DOMO-Raumsystem, Daniel Kerber (Installation und Gesprächspartner)
Das Projekt morethanshelters will menschenwürdige Lebensräume für Flüchtlingen sowie Bewohnerinnen und Bewohner von informellen Siedlungen zu schaffen, und die betroffenen Menschen dazu zu ermutigen, aktiv ihre Zukunft zu gestalten. Eine Lösung dazu ist das DOMO, das Daniel Kerber mit seinem Team entwickelt hat. Das DOMO ist ein Raumsystem,  das Menschen in Krisensituationen schnell und einfach eine neue, würdevolle Bleibe verschafft. Denn DOMO lässt sich für die humanitäre Sofort- und Nothilfe flexibel anpassen – an die jeweiligen individuellen und kulturellen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner sowie an geographische oder klimatische Bedingungen vor Ort. Mehr Informationen unter: www.morethanshelters.org/de

THE ELECTRIC HOTEL – Carrera-Bahn, Sebastian Fleiter (Installation und Gesprächspartner)
Sebastian Fleiter bereist mit seinem THE ELECTRIC HOTEL Festivals und andere Events. THE ELECTRIC HOTEL ist eine riesige elektrische Ladestation im Gewand eines „Airstream Trailer“. Festivalbesucher können hier ihr Handy aufladen, indem sie entweder auf demFahrrad in die Pedale treten und den Strom selbst erzeugen oder auch einfach den Wind, Wasser und die Sonne für sich arbeiten lassen. Neben dem Spaßfaktor geht es auch darum, die Kraft und die Einfachheit erneuerbarer Energien zu demonstrieren. Neben dem Eventcharakter auf Festivals bietet seine Installation auch die Möglichkeit, Strom so an Orte zu bringen, wo Energie dringend benötigt wird – zum Beispiel in temporären Auffangstationen von Geflüchteten. In ähnlicher Form hat Fleiter weitere Projekte umgesetzt,z. B. eine durch Muskelkraft angetriebene Carrera-Bahn oder Auflade-Events für Elektroautos. Mehr Informationen unter: www.the-electric-hotel.com

URBAN INVENTION – StreetPong-Ampel-Konsole, Amelie Künzler und Sandro Engel (Installation und Gesprächspartner)
Die beiden Designer Amelie Künzler und Sandro Engel wollen Menschen dazu einladen, die städtische Umwelt neu zu erleben und alltägliche Situationen spannender gestalten. StreetPong heißt eines ihrer Projekte, das mit der Idee begann, den Warteprozess an der Ampel so zu verändern, dass Fußgänger Spaß dabei haben und vollkommen Fremde ein kurzes gemeinsames Erlebnis miteinander teilen. Herausgekommen ist eine Ampel-Konsole mit Touchscreen-Funktion und einem eingebauten Spiel. Beide Straßenseiten sind über diesen Schalter miteinander verbunden, so dass man über die Straße hinweg während der Rotphase einen gegenüber Wartenden herausfordern kann. StreetPong ist bereits in Hildesheim und anderen Städten in die Testphase gestartet und steht kurz vor der Serienfertigung. Mehr Informationen unter: http://urban-invention.com

ROOM IN A BOX – Papp-Bett, Gerald Dissen (Installation und Gesprächspartner)
Gerald Dissen, Christian Hilse und Lionel Palm haben ihre Vision Wirklichkeit werden lassen, eine Zimmereinrichtung zu entwickeln, die sich, in einer einzigen Kiste verpackt, sogar per Post verschicken lässt. Sie entwickeln Möbel wie Betten, Tische und Regale, die man zusammenfalten kann und die so leicht sind, dass man sie unter einem Arm getragen bekommt. Möglich macht dies das Material: Papier. In Form von Wellpappe oder Wabenkarton wird Papier zu einem starken Träger. Das machen die drei Gründer sich bei ihren Entwürfen zunutze. Die Pappe, die sie verwenden, besteht dabei zu 85 Prozent aus recycelten Papierfasern und kann zu 100 Prozent wiederverwertet werden. Mehr Informationen unter: http://roominabox.de

Smart Wurst GmbH – Wursttoaster (Installation)
Felix Rennies, Marco Bruns und ihr junges Unternehmer-Team haben sich der Innovation des Bratwurstmarktes verschrieben. Ihre Idee: Sie ermöglichen die Bratwurstzubereitung auf kleinstem Raum. Und zwar mit dem von ihnen erfundenen Wursttoaster. Damit kann man Bratwurst einfacher, schneller, energieschonender und aufwandsärmer grillen bzw. toasten. Nachdem sie den Gastro-, Messe- und Tankstellenmarkt erfolgreich erobert haben, gibt es als Neuerung nun auch den Wursttoaster für den Privathaushalt. Mehr Informationen unter: www.wursttoaster.com

UNICEF – „Kochen für Freunde“, Christian Schneider und Klaudia Werth (Gesprächspartner)
Auch im Bereich der Flüchtlingsthematik gibt es diverse Best-Practice-Ansätze, die mit Unterstützung der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung in den letzten zwei Jahren gewachsen sind, um den sozialen Impact zu erhöhen. In diesem Zusammenhang ist vor allem das Projekt „Copiloten“ zu nennen, in dessen Rahmen seit 2014 auch mit der Hilfsorganisation UNICEF verschiedene Maßnahmen realisiert wurden, die das Ziel haben, Geflüchteten – im Speziellen Flüchtlingskindern – zu helfen. Hervorzuheben ist hier die Aktion „Kochen für Freunde“. Die Aktion ist das Ergebnis eines durch die Initiative und das Kompetenzzentrums initiierten und moderierten Austauschs zwischen Titelträgern der Auszeichnung „Kultur- und Kreativpiloten“ der Bundesregierung und UNICEF. Die Aufgabe bestand darin, eine Ansprache, ein Format und Anreiz zu schaffen, damit noch mehr Menschen bereit sind, die Arbeit von UNICEF durch Spendengelder zu unterstützen – gleichzeitig sollten auch neue Zielgruppen, die bislang nicht erreicht werden konnten, angesprochen und abgeholt werden. Mehr Information unter: www.unicef.de/kochen

Weitere Informationen
http://kompetenzzentrum.u-institut.de
www.kultur-kreativ-wirtschaft.de

Presseanfragen
Kai Hennes, u-institut für unternehmerisches Denken und Handeln e. V.
Tel. 0421 6910788-7, kh@u-institut.de