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Innovationcamp Gestaltungsmaschine bei den Vereinten Nationen

Auf Einladung der International Telecommunication Unit (ITU) der Vereinten Nationen präsentierten das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes und STATE vom 28.–31.5.2019 in einer Ausstellung innovative Projekte, die im Rahmen des Berliner Innovationcamps Gestaltungsmaschine Ende März entstanden sind, im Grenzbereich von Künstlicher Intelligenz und Kultur auf der UN-Konferenz „AI for Good“ – der international führenden Plattform für den interdisziplinären Dialog über Künstliche Intelligenz (KI). Im Sommer 2019 kehrt die Ausstellung zurück nach Berlin: Vom 18. Juni bis Ende August 2019 können Interessierte ausgewählte Exponate des Innovationcamps betrachten.

Künstlerischer Ausdruck ist seit jeher Gradmesser für gesellschaftliche Veränderungsprozesse, im Besonderen dann, wenn diese durch neue Technologien angestoßen und beschleunigt werden. „Artists see the impact of technology decades before it happens, but nobody pays attention to them.”, beschrieb bereits Marshall McLuhan diese „seherische” Fähigkeit und spekulative Weitsicht von Kultur- und Kreativschaffenden im Diskursfeld technischer Innovationen.

Die Kunstausstellung Gestaltungsmaschine im Rahmen der „AI for Good” Global Summit widmete sich der Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts aus künstlerischer Perspektive: Sie reflektierte Künstliche Intelligenz und ihr Potenzial, menschliche Kreativität zu erweitern und fragte nach der Rolle des/der Künstler*in bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz.

Die Ausstellung präsentierte UNFINISHED, einen kreativen Dialog zwischen dem Maler Roman Lipski und einer von Birds on Mars entwickelten KI sowie Christian “Mio” Loclairs Werk Narciss – eine Installation, die sich mit Hilfe eines KI-Algorithmus selbst analysiert. Außerdem sind Arbeiten des Medienkünstlers Sascha Pohflepp und seinem Team ausgestellt: In Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde Berlin entstanden, legten sie den Fokus auf die Zukunft der Evolution im Zeitalter Künstlicher Intelligenz.

Ziel der Ausstellung war es, die ansonsten stark technologisch geführte Debatte um die Möglichkeiten und Grenzen von KI um anwendungsnahe kulturelle und gesellschaftliche Perspektiven zu erweitern.

Zudem sollte unterstrichen werden, dass es bei der Entwicklung einer unsere Gesellschaft derart transformierenden Technologie künstlerische Reflektion und Aneignung braucht, um die Potenziale Künstlicher Intelligenz auszuschöpfen und sinnstiftend einzusetzen. Die ausgestellten Arbeiten geben dazu Denkanstöße und zeigen einen wichtigen Ausschnitt der aktuellen Debatte. 

Gestaltungsmaschine goes Berlin

Vom 18. Juni 2019 bis Ende August 2019 werden im STATE Studio in Berlin Schöneberg (Hauptstraße 3, 10827 Berlin) Teile der Ausstellung Gestaltungsmaschine präsentiert. In der deutschen Hauptstadt können die Arbeiten UNFINISHED von Roman Lipski und Birds on Mars sowie Artificial Affinity von Sascha Pohflepp, dem Team des Innovationcamps und des Museums für Naturkunde Berlin betrachtet werden.

Teilnehmende Künstler*innen – vom Innovationcamp nach Genf

Christian “Mio” Loclair, Kreativdirektor bei Waltz Binaire, ist Mediendesigner, Künstler-Coder und Choreograph aus Berlin. In seinen Arbeiten untersucht er die Grenzlinien zwischen natürlicher und digitaler Welt und überführt sie in philosophische Narrationen. Mittels aktuellster Technologie kreiert Loclair interaktive Installationen, audio-visuelle Erfahrungsräume, visuelle Narrative und Performances, die die Schönheit und Dramatik der menschlichen Existenz beleuchten. Auf der „AI for Good” zeigt Loclair mit Narciss eine Arbeit, in der eine KI ihre physische Erscheinung analysiert und über dabei beginnt, über sich selbst nachzudenken.

Roman Lipski
Roman Lipski ist ein in Berlin lebender Maler. Seine Arbeiten wurden in international renommierten Museen wie dem Nagoya/Boston Museum of Fine Arts in Japan und dem National Art Museum of China gezeigt und sind in Sammlungen wie der Alex Katz Foundation in New York und der Sammlung des Boston Museum of Fine Arts vertreten. In seinem aktuellen Projekt Unfinished entwickelt Roman Lipski in Zusammenarbeit mit YQP & dem Berliner KI-Unternehmen Birds on Mars die erste künstlich intelligente Muse, Lipskis Bilder analysiert, dekonstruiert und zu etwas Neuartigem zusammensetzt.

Sascha Pohflepp & Team
Sascha Pohflepp war Künstler und Designresearcher, dessen interdisziplinäre Arbeiten Themenfelder wie die der synthetischen Biologie, der Künstlichen Intelligenz, der Geopolitik und Raumfahrt streifen. Auf der „AI for Good” präsentierte Pohflepp die Arbeit Artificial Affinity, eine im Rahmen des Innovationscamps und in Kollaboration mit dem Naturkundemuseum Berlin sowie Casper Boehme, Jens Dobberthin, Joy Belgassem, Frederike Kintscher, Yun Kuo und Felix Rasehorn entstandene Spekulation über die Zukunft der Evolution im Anthropozän. Artificial Affinity fragt danach, wie KI die Anpassungsstrategien der Arten beeinflussen und lenken könnte.

In stiller Trauer und Anteilnahme gedenken wir Künstler und Denker Sascha Pohflepp. (1978 - 2019)

Innovationcamp Gestaltungsmaschine: KI trifft Kultur- und Kreativwirtschaft
Die präsentierten Arbeiten sind im Rahmen des Innovationcamps Gestaltungsmaschine entstanden, einem interdisziplinären Workshop-Programm des vom Bundeswirtschaftsministerium und der Beauftragten für Kultur und Medien geförderten Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes und der Berliner Wissenschaftsgalerie STATE Studio, entstanden oder wurden dort vorgestellt. Vom 28. bis 30. März 2019 erprobten geladene Expert*innen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft und KI im Rahmen der Gestaltungsmaschine-Workshops das Potenzial der Schlüsseltechnologie anhand von realen Anwendungsfällen in Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. In Genf wurden einige der dort entstandenen Projekte und Arbeiten nun auf internationaler Bühne wichtigen Entscheidungsträger*innen und der breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Über 80 geladene Teilnehmer*innen arbeiteten im Innovationcamp Gestaltungsmaschine KI trifft Kultur- und Kreativwirtschaft an 11 Werkstattstationen innovativer Initiativen im Grenzbereich zwischen Kreativwirtschaft und Künstlicher Intelligenz beispielhafte Ansätze aus, die eindrucksvoll die Potentiale von Kultur- und Kreativwirtschaft im Bereich KI demonstrierten. Ob als Vermittler*innen zwischen Innovationstreibenden und Öffentlichkeit, als Anwender*innen von KI-Technologien im Kreativ-, Kunst- und Kulturbereich oder als aktive Akteur*innen im Experimentieren mit KI in neuen Anwendungsfeldern – Kultur- und Kreativschaffenden, so konnte das Innovationscamp zeigen, kommt in der Entwicklung der Schlüsseltechnologie und in der Definition ihrer Anwendungsfelder eine wichtige Rolle zu.

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